[Rezension] Marmorkuss - Jennifer Benkau


Infos zum Buch:
Autor/-in: Jennifer Benkau
Preis: 18,95€
Seitenanzahl: 432
Verlag: Script5
Reihe: Einzelband

Klappentext:
Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach – und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt. Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen...

Erster Satz:
"Pisseflecken an grauer Betonwand."

Meine Rezension:
Märchenadaptionen klingen für mich immer sehr vielversprechend. Und dieses Buch hält eine neue Idee rund um das Märchen Dornröschen bereit.

Jarno hat eine schwierige Kindheit hinter sich, aufgewachsen ist er mit seinen vier Geschwistern bei seinen Eltern, die aber mit der Erziehung das ein oder andere Mal überfordert waren. Nach seinem Schulabschluss ist er ausgezogen und lebt jetzt mit seiner besten Freundin in einer WG. Da er noch keinen Ausbildungsplatz für seinen Traumberuf  - Fotograph - bekommen hat, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, doch jeden Monat ist er knapp bei Kasse.
Als er auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt für ein neues Fotoportrait in einem leerstehenden Haus eine Statue aus Marmor entdeckt, fühlt er sich wie magisch von ihr angezogen. Jeden Tag geht er zu ihr, bis auf einmal die Statue verschwindet und eine junge Frau vor ihm steht, die überhaupt keinen blassen Schimmer von der heutigen Welt hat.

Klara lebte im frühen 19. Jahrhundert, ihr Traum war es, Lehrerin zu werden. Sie war für ihre Zeit eine sehr aufgeweckte und starke junge Frau, die alles daran setzte, um das zu erreichen, was sie wollte. Bis sie in Schwierigkeiten geraten ist und in die Fänge von der Zauberin Elise geraten ist. Und dann wacht sie wieder auf und alles ist ihr fremd. Ganz langsam fasst sie Vertrauen in Jarno und lässt sich von ihr die für sie neue Welt erklären.

Die Idee hinter der Geschichte, ein Märchen so umzuschreiben, hat etwas Interessantes an sich. Zunächst bekommt man Einblicke in die Welten der Protagonisten. Jarno lebt in einer heruntergekommen Kleinstadt in Deutschland. Klara lebt in derselben Stadt, nur 111 Jahre früher, wo die Stadt noch blendend aussah.

Protagonist Jarno und Protagonistin Klara werden gut beschrieben und viel Charaker eingehaucht, sodass man sie bildlich vor sich hat. Dafür werden die Nebencharaktere wie die Zauberin Elise und Jarnos Freunde und Familie nur ziemlich oberflächlich beschrieben, was dem Buch zwar keinen Abriss tut, aber dennoch Fragen offen lassen.

So wie das Buch im ersten Teil geschrieben ist, ist es etwas Besonderes, denn jeder Perspektivwechsel endet mit einem offenen Halbsatz und beginnt bei dem jeweiligen Protagonisten ebenfalls mit einem Halbsatz. Diese Art zu schreiben habe ich zuvor noch nie gesehen und es hat mir sehr gut gefallen! Sobald Jarno und Klara aufeinander treffen, wird es "normal" weitergeschrieben. Durchgehend ist das Buch aus der Er-/Sie-Perspektive von Jarno und Klara geschrieben, so wird die Geschichte gut aus beiden Perspektiven beleuchtet.

Fazit:
Wer eine etwas andere Geschichte lesen möchte, die im entfernesten an ein Märchen angelehnt ist, kann gerne zu "Marmorkuss" greifen. Jennifer Benkau schreibt die Geschichte um Dornröschen völlig neu.

4 von 5 Punkte

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