[Rezension] Der Geschmack von Sommerregen - Julie Leuze


Infos zum Buch:
Autor/-in: Julie Leuze
Preis: 14,99€
Seitenanzahl: 320
Verlag: Egmont INK
Reihe: Einzelband

Klappentext:
Sophie ahnt nicht, dass ein halbes Lächeln alles auf den Kopf stellen wird. Dass ein einziger Blick aus schokoladenbraunen Augen ausreichen wird, um ihre Welt in Funken sprühendes Himmelblau zu tauchen. Dass ein einziger Kuss ihr den Mut verleihen wird, dem Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen, das ihr Leben bis jetzt bestimmt hat.
Mattis ahnt nicht, dass Sophie ihm entlocken wird, was er vor allen anderen verbirgt. Dass er sich mit ihr so sicher fühlen wird wie noch mit niemandem zuvor.
Beide ahnen nicht, dass ihre Liebe sie über sich selbst hinauswachsen lassen wird.
Sophie und Mattis. Mattis und Sophie.

Erster Satz:
"Der Neue schwappt himmelblau über mich hinweg, mit Spuren von Schwarz und glitzernden Funken aus tiefem, geheimnisvollem Gold."


Meine Rezension:
Bei diesem Jugendbuch merkt man schon am ersten Satz, dass es etwas Besonderes ist, denn bei keinem anderen wird man mit so vielen Farben konfrontiert. Wenn man in einer Situation ist wie die Protagonistin, beschreibt man eine unbekannte Person nach dem Aussehen, Sophie aber macht dies mit Farben. Der Leser mag vielleicht verwundert sein, aber schnell lernt man die wahren Gründe für dieses Farbensehen kennen.

Die Protagonistin Sophie ist anders, als sie sich gibt, sie selbst sagt, dass sie sich verstellt ihrer Eltern wegen. Denn Sophie sieht ihre Gefühle in Farben in ihrem Inneren, aber diese Farben zeigt sie keinem. Ihre Eltern raten ihr immer wieder, diese Farben auf ihrem inneren Monitor zu unterdrücken, damit sie nicht in die Psychatrie wie ihre Oma Anne kommt.


"ich schaue aus dem Seitenfenster des BMW und fange an zu träumen. Davom, dass ich in einem hippen Stadtviertel wohne, zwischen Künstlern, Punks und Esoterikfans. Ich würde mich nie mehr verstellen, vor niemandem. Denn das müsste ich in der Stadt nicht: ich wäre ein Freak unter vielen." (S. 38)


Sie aber kann diese Farben nicht unterdrücken, da sie ein ganz wichtiger Teil von ihr sind. Noch nicht mal ihre beste Freundin Lena weiß von ihrem Geheimnis.



"Solange ich denken kann, habe ich meinen Eltern nach dem Mund geredet, habe ihnen gesagt, was sie hören wollten, und alles war gut. Doch wenn der Druck zu stark wurde und ich von dem angefangen habe, was mich wirklich beschäftigt - die Farben, meine Unsicherheit, mein falsches Leben, in dem keiner ahnt, wer und wie ich wirklich bin -, dann haben meine Eltern abgeblockt. Immer. Haben mich an Oma Anne erinntert und an die Psychatrie. Haben mir Angst gemacht, um mich vor mir selbst zu schützen."
(S. 40)


Doch als Mattis und Sophie sich kennenlernen, wissen die beiden nicht, wie viel der eine dem anderen gibt. Und wozu sie angespornt werden. Denn auch Mattis ist anders, er geht direkt nach der Schule nach Hause und unternimmt nie etwas mit seinen Klassenkameraden. Zwischen den beiden gibt es die Liebe auf den ersten Blick.



"Ich forsche in Mattis' Gesicht, ob er ahnt, wie nach er der Wahrheit gekommen ist. Ober er fühlt, wie anders ich bin. Doch alles, was ich finde, ist ein tiefer Blick aus dunklen Augen, ein Blick, der für kleine, scharfte, tintenblaue Stromstöße in meinem Bauch sorgt. Und als wir in einträchtigem Schweigen das Ufer entlanglaufen, Mattis meinen Rucksack trägt und ich ihn in Gedanken mit Noah Brunner vergleiche - der während unserer kurzen Beziehung nie und nimmer auf die Idee gekommen wäre, mir freiwillig irgendetwas abzunehmen -, da denke ich, dass nicht nur ich anders bin.
Sondern er auch."
(S. 60)

Durch Mattis steht Sophie zu sich und geht dem Familiengeheimnis um Oma Anne auf den Grund. Dann erst kann sie sich auf ihn einlassen, weil sie es als falsch empfindet, wenn er die wahre Sophie nicht kennt.

Geschrieben ist das Buch aus Sophies persönlicher Sicht in der Gegenwart, sodass man ihre gesamten Farbemotionen haarklein mitbekommt. So wird dem Leser eine einmalige Geschichte präsentiert.

Fazit:
Ein wirklich tolles Jugendbuch, welches einem tolle und bunte Lesestunden bietet.
Man sollte es wirklich lesen, denn ein Buch, welches sich mit Hochsensibilität und Synästhesie befasst, wie dieses gibt es selten.


5 von 5 Punkten
sollte gelesen werden!



Ich bedanke mich beim Egmont INK Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Tolle Rezi. :)
    Wow, das Buch hört sich wirklich super an. Ich habe vorher die Leseprobe durchgelesen und jetzt durch deine Meinung zu dem Buch bin ich vollkommen überzeugt: Ich muss es unbedingt auch lesen. :D

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    1. Danke :)
      Ja du solltest das Buch lesen, es lohnt sich!

      Liebe Grüße
      Caro

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  2. Eine wirklich tolle Rezi!! :) Dann werde ich das Buch wohl auch bald mal lesen... ;)

    LG, Selina

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    1. Danke :)
      Ja, das solltest du :)

      LG
      Caro

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